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ekueku
Mitglied im Sicherheitsrat
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Anmeldedatum: 09.08.2005
Beiträge: 1602
Wohnort: Reichshauptstadt Berlin (jetzt Umzug nach McPomm), Büro: Reichshauptstadt Wien

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2009, 12:32    Titel: Re: Adolf Hitler, der Judenfreund Antworten mit Zitat

Caprice hat Folgendes geschrieben:
ekueku hat Folgendes geschrieben:
http://www.aussenpolitikforum.net/viewtopic.php?p=7578#7578


Nachfolgend ein Auszug aus dem Buch "Hitlers Wien - Lehrjahre eines Diktators" (Piper Verlag) der renommierten Historikerin Brigitte Hamann (S. 496 bis 503).




Hallo ekueku, Du weißt so viel über unseren Führer slash - dann wage ich mir doch glatt einmal zu behaupten, auch dies: was es in Wahrheit bedeutete betreffs Juden: ENDLÖSUNG. -

Na, nun bin ich aber gespannt, weil doch da allgemein ganz etwas anderes hineingedichtet wird, dass man eben mal so die Absicht gehabt hätte, alle Juden um die Ecke zu bringen. Und die Deutschen haben sich damit - wieder einmal "oh wie schröcklich" - einseifen lassen, und noch immer?
Weil es andere wieder einmal, zionistisch, für sich ganz anders ausschlachteten.


Hallo liebste Caprice,

"Endlösung" lässt sich in wenigen Sätzen formulieren:

1. Juden raus aus ihren existenziellen Positionen (über die Ursachen wird gelogen)

2. Juden rauss aus dem Land, egal in andere Länder, ggf. nach Palästina

3. Juden rausss aus dem Land/aus Europa nach Madagaskar (konnte nicht durchgeführt werden, jedoch kummulatives 'ungemütlich' machen. Mind. über das Ende des Madagaskar-Planes, Okt. 1941, wird gelogen)

4. Juden rausss aus dem Land/Europa nach dem Osten (mit Scheitern des Madagaskar-Planes Ende 1941)

5. Juden raussss aus dem Land/aus Europa Richtung Himmel (Entscheidung Ende 1941, Ausführung ab Mitte 1942)


Du siehst: ganz einfach!

Übrigens: sämtliche Endlösungen unterstützten die Zions summasummarum, bewusst, sofern die Endlösung Palästina oder Ungemach/KZ/Tod lautete.


Und jetzt noch eine kleine, herzliche Bitte, liebe Caprice: kürze doch bitte deine obiges Vollzitat auf ein paar wenige Zeilen, ja? Und versuche bitte einmal, interessante Dinge in den übrigen Foren/Themen zu diskutieren, da dieses hier möglichst für das 'Rohmaterial' + ggf. Erläuterungen freigehalten werden sollte. Danke dir auch ganz lieb!

Bis denne,
eku


Zuletzt bearbeitet von ekueku am 14 Feb 2010, 18:28, insgesamt einmal bearbeitet
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ekueku
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Beiträge: 1602
Wohnort: Reichshauptstadt Berlin (jetzt Umzug nach McPomm), Büro: Reichshauptstadt Wien

BeitragVerfasst am: 15 Jun 2009, 14:30    Titel: Chaim Weizmann Antworten mit Zitat

Artikel-Link:
http://www.aussenpolitikforum.net/viewtopic.php?p=40854#40854


Nun einige Auszüge aus der Autobiographie des Chaim Weizmann, des wohl bedeutendsten Führers der zionistischen Bewegung. Trial and Error, S. 604 ff. Übrigens kann man zumindest zwei Aussagen zu diesem Oberzionisten machen: Weizmann ging bei Churchill und den US-Präsidenten ein und aus, Weizmann war ein typisch zionistischer, übergeschnappter, anmaßender Politkrimineller.


Detaillierte Kommentierung folgt später.

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CHAIM WEIZMANN
MEMOIREN
Das Werden des Staates Israel

Phaidon Verlag A. G., Zürich, 1953
Aus dem Englischen übersetzt von Thea-Maria Lenz
Titel der englischen Ausgabe: TRIAL AND ERROR


39. KAPITEL Seite 604


KRIEG


Unwirklich - wesenlos! So war die Atmosphäre des 25. Zionisten-
kongresses vom 16.-25. August [1939] in Genf. Es war der Schatten
des Weißbuches, der über unserer Versammlung lagerte, der unsere
Nationale Heimstätte bedrohte, und der Schatten des Krieges, der alle
menschliche Freiheit, ja vielleicht die Menschheit zu vernichten
drohte. Der Unterschied zwischen diesen beiden Drohungen war nur,
daß die eine schon hereingebrochen war, während die andere noch
über uns schwebte
. So waren wir zunächst mehr mit dem beschäftigt,
was uns persönlich anging, und bemühten uns krampfhaft daran zu
glauben - wenigstens bis zu dem schicksalsschweren 22. August,
wo der Vertrag zwischen Deutschland und Rußland unterzeichnet
wurde - daß das Weltunheil noch irgendwie abgewendet oder ver-
zögert werden könnte. Doch an dem Tag, der Hitler von dem Alp
befreite, auf zwei Fronten kämpfen zu müssen, an diesem Tag gaben
selbst die Optimistischsten unter uns alle Hoffnung auf. Das jüdische
Elend tauchte unter und wurde verschlungen vom Elend der Welt.
Die Verhandlungen des Kongresses nahmen den üblichen Verlauf.
Jede Partei kam zu Wort und jede Entschließung wurde in der tradi-
tionellen Form ausgefochten. Der Bericht wurde geprüft und kriti-
siert, die Verwaltung angegriffen und verteidigt. Doch in den Vor-
zimmern des Kongresses und vor dem Genfer Theater, in dem wir
uns versammelt hatten, standen Gruppen von Abgeordneten und be-
sprachen die letzten Meldungen, um dann vor dieser Wirklichkeit
wieder in die Wirklichkeit des Kongresses zu flüchten. Wir taten alle
"als ob", doch wir fühlten, daß im Augenblick nichts zu sagen oder
zu tun war, was in absehbarer Zeit einen Sinn gehabt hätte.
Selbstverständlich lehnten wir das Weißbuch einstimmig ab. Wir
erklärten es für ungesetzlich; oder vielmehr, wir wiesen auf die Tat-




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Krieg 605

sache hin, daß die Mandatskommission, nachdem sie das Weißbuch
geprüft und Malcolm MacDonalds Verteidigung desselben angehört
hatte, es für ungesetzlich erklärt und ausdrücklich festgestellt hatte:
"Die Politik, die durch das Weißbuch eingeleitet werden soll, ist
unvereinbar mit den Bedingungen, welche die Kommission mit Zu-
stimmung der Mandatsmacht und des Völkerbundsrates für das Palä-
stinamandat festgesetzt hat." Wir hielten auch die Tatsache fest, daß
es fast keinen Politiker von Rang im Unterhaus gab, der das Weißbuch
nicht als Vertrauensbruch bezeichnet hätte; nicht wir machten uns
einer Gesetzesübertretung schuldig, wenn wir uns dem Weißbuch
widersetzten, sondern die britische Regierung, wenn sie es zum Gesetz
erhob. Nun, wo der Krieg drohte, würde die Entscheidung der Man-
datskommission für lange Zeit nicht - wenn überhaupt je - dem
Völkerbundsrat vorgelegt werden. Unser Protest gegen das Weiß-
buch erschien gleichzeitig mit unserer feierlichen Erklärung, daß wir,
schwerer betroffen als jedes andere Volk der Welt
, im kommenden
Weltkrieg zur Verteidigung der Demokratie bereit wären und darum
zur Zusammenarbeit mit England - mit demselben England, welches
das Weißbuch veröffentlicht hatte. Unsere Lage war paradox, doch
nicht wir, England war daran schuld.

[...]

-------------------------------------------------------------------




40. KAPITEL 609


DIE ERSTEN KRIEGSJAHRE


Das Paradoxe, das bei Kriegsbeginn in die Erscheinung trat, ver-
tiefte sich noch in den folgenden Monaten. Im Kampf mit den
Naziungeheuern stand für niemand mehr auf dem Spiel und keiner
konnte fanatischer bestrebt sein der allgemeinen Sache zu dienen als
die Juden. Gleichzeitig schloß England, das führende Land der gegen
die Nazis Verbündeten, die Tore Palästinas für die tausende von
unglücklichen Männern, Frauen und Kindern, die den letzten ver-
zweifelten Versuch machten, sich in ihre Nationale Heimstätte zu
retten. Wir hatten gehofft, es würde eine Lockerung in den Einwan-
derungsbestimmungen für Palästina erfolgen
, wenn die schändliche
Notwendigkeit, die Nazis und die arabischen Führer zu "befrieden",
nicht mehr bestände. Doch nichts dergleichen geschah. Die "Sarg-
schiffe" fuhren noch immer kreuz und quer durch das Mittelmeer und
konnten ihre Menschenfracht nicht abladen. Der Druck innerhalb
Europas verstärkte sich. Und doch mußten wir unsere Menschen und
unsere Einrichtungen in Palästina England und seinen Alliierten zur
Verfügung stellen. Was blieb uns anderes übrig?
Die bitterste Ironie lag darin, daß gewisse englische Kreise nicht
begriffen, daß wir - unabhängig von der Frage des Weißbuches -
uns zwangsläufig für den Sieg Großbritanniens und seiner Verbündeten
einsetzen mußten. Entweder begriffen sie das nicht, oder jene Regie-
rungskreise verzichteten lieber auf den nicht unbeträchtlichen Bei-
stand, den wir ihnen leisten konnten, als daß wir später hätten auf
"Verdienste" hinweisen können, die wir uns im Krieg erworben
hatten
! Ich ärgerte mich oft über törichte Bemerkungen in englischen
Kreisen, die offenbar einfach nicht verstanden, daß ein Sieg Hitlers
die Ausrottung des jüdischen Volkes bedeutete, und daß diese Über-
legung, bis nach Hitlers Niederlage, alle andern Erwägungen ausschloß
.

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Kommentar eku:


Weizmann dreht die Fakten um. Weizmann lügt.

Hitler hatte gerade den zionistischen Führern zu Beginn des Krieges in deutlichster Art und Weise angekündigt und dies später noch mehrfach wiederholt, daß ganz im Gegenteil nur die Niederlage Hitlers zur Ausrottung der Juden führen werde. Es gab vor der Wannseekonferenz Anfang 1942 keinerlei Pläne für deren Ausrottung, weil sich erst mit dem Kriegseinritt der USA die Niederlage Hitlers abzeichnete. Wer sich also wie Weizmann und seine Bewegung für die Niederlage Hitlers und den Sieg der "Demokratien" einsetzte, befürwortete damit bewusst die Ausrottung der Juden.


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Weizmann Memoiren 610

Ich übernahm es, den Beschluß einer Beistandserklärung des Kon-
gresses in Genf der englischen Regierung schriftlich und mündlich
zu übermitteln.

Etwa einen Monat nach der Kriegserklärung ging ich in einer Son-
dermission
in die Schweiz, um herauszufinden, was an den Gerüchten
war, die behaupteten, die Deutschen bereiteten einem chemischen Krieg
mit neuen Methoden vor. Ich bekam nicht viel Informationen, doch
ich erhielt den Eindruck, daß die Gerüchte von ungeheueren Vorbe-
reitungen zur Zerstörung ganzer Städte durch Gasangriffe der Begrün-
dung entbehrten. Das berichtete ich der [engl.] Regierung. Übrigens war es
bei dieser Gelegenheit, daß ich den englischen Botschafter in Bern
kennenlernte, der "die Geschichte von der andern Seite" erzählt haben
wollte.
Nun kam die Zeit, wo alles unbestimmt und in der Schwebe war,
jene Zeit, die man als "phony war" (Telefonkrieg) bezeichnete. Eine
Anzahl Menschen glaubte tatsächlich noch, daß es nicht wirklich zu
einem Kampf käme. Ich erinnere mich sehr lebhaft, wie Hore-Belisha,
unser Kriegsminister, bei einem offiziellen Besuch in Frankreich die
seltsamen Worte aussprach, die auch in der Presse viel erörtert wur-
den: "Pour moi la guerre est finie" (Für mich ist der Krieg zu Ende).
Ich hielt das nicht nur für eine unverantwortlich leichtsinnige Be-
merkung
, sondern sie schien mir auch darauf berechnet, diejenigen
Kreise der französischen öffentlichen Meinung zu unterstützen und
zu trösten, die den Unterschied zwischen dem Hitlerismus und den
Demokratien nicht sehen wollten. Andererseits war es für Hore-Belisha
persönlich ein prophetischer Ausspruch. Er war bald darauf nicht
mehr Kriegsminister, und man hat seitdem noch kaum wieder etwas
von ihm gehört.
Angesichts dieser allgemeinen Stimmung stieß der Wunsch, irgend-
etwas Sinnvolles und Nützliches zu unternehmen, überall auf Wider-
stand. Ich dachte an eine Reise nach Amerika, wo, wie ich bereits
voraussah, später einmal der Schwerpunkt und die Entscheidung des
Weltkriegs liegen würde
. Ich hatte nichts Bestimmtes im Sinn. Es
sollte nur eine Erkundungsfahrt werden; ich wollte mich lediglich

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Die ersten Kriegsjahre 611

orientieren, um gewissermaßen eine Grundlage für spätere Reisen
zu schaffen.
Seit meiner Rückkehr aus der Schweiz hatte ich viele höhere
Verwaltungsbeamte getroffen
u.a. auch Lord Halifax, den Herzog von
Devonshire und Sir Edmund Ironside aus dem Generalstab. Wir
hatten bereits über den Gedanken einer jüdischen Kampftruppe ge-
sprochen
, jedoch etwas Bestimmtes war noch nicht vorgeschlagen
worden. Auch die Möglichkeiten in Amerika waren zur Sprache ge-
kommen. Churchill war wieder in der Admiralität - genau da, wo
er gewesen war, als der erste Weltkrieg ausbrach. Als ich ihm mit-
teilte, ich gedächte nach Amerika zu fahren, sprach er den Wunsch
aus, mich zu sehen
, und am 17. Dezember, drei Tage vor meiner
Abreise, besuchte ich ihn in seinem Büro im Marineministerium.
Er empfing mich nicht nur herzlich, er war auch voller Zuversicht
in bezug auf den Krieg. Ungefähr seine ersten Worte, nachdem er
mich begrüßt hatte, waren: "Also, Dr. Weizmann, wir haben sie
schon so gut wie geschlagen."
Ich war nun nicht ganz seiner Meinung und sagte auch nichts
dergleichen. Ich wechselte das Thema, sprach von unsern eigenen An-
gelegenheiten und dankte ihm für sein unentwegtes Eintreten für die
zionistische Sache. "Sie haben an der Wiege dieses Unternehmens ge-
standen," sagte ich zu ihm, "und ich hoffe, Sie werden erleben, daß es
gelingt." Ich fügte hinzu, wir wollten nach dem Krieg einen Staat von
drei bis vier Millionen Juden in Palästina aufbauen, worauf er ant-
wortete: "Ja, tun Sie das, ich bin ganz damit einverstanden."
Wir sprachen von einem gewissen Bodengesetz, das für Palästina
und den Hafen von Tel Aviv vorgesehen war und das sehr ungünstig
für uns war. Churchill bat um eine Denkschrift über diese Angelegen-
heit, die dem Kriegskabinett vorgelegt werden sollte
. Er bat auch
darum jemand zu bestimmen, der die Verbindung mit ihm aufrecht
erhielte, solange ich in Amerika sei. Allmählich spürte man, daß sein
Optimismus nicht der eines Mannes war, der die Gefahren unter-
schätzte, die England bedrohten. Es war mehr ein Vertrauen auf lange
Sicht, das Hand in Hand ging mit kühler Planung und Beachtung

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612 Weizmann Memoiren

aller Einzelheiten. Es war unendlich ermutigend zu fühlen, daß er selbst
in dieser Zeit noch Sinn für uns und unsere Angelegenheiten hatte.
Die Reise nach Amerika - die erste einer Reihe, die meine
Frau und ich während des Krieges machten - gab mir einen Begriff
von der Desorganisation und Demoralisierung, die in Europa um sich
zu greifen begann. Ich plante, mit dem Flugzeug via Paris-Lissabon
zu reisen, doch in Lissabon war die transatlantische Flugverbindung
eingestellt. Lissabon spielte zu dieser Zeit schon die Rolle einer Feuer-
leiter für den Westen, und wir saßen nun zehn elende Tage in einer
Atmosphäre von internationalen Intrigen, Spionage, Gerüchten und
Geheimniskrämerei herum. Es war niemand da, mit dem man
sprechen konnte, und wenn jemand da gewesen wäre, so hätte man
es nicht gewagt. Es war eine äußerst häßliche kleine Welt.
Am Jahresende hatten sich einige siebzig bis achtzig Fluggäste
nach Amerika zusammengefunden, und die "lmperial Airway" traf
eine Vereinbarung mit dem italienischen Dampfer "Rex" für unsere
Überfahrt. Diese Reise war, wenn möglich, noch unangenehmer als
unser Aufenthalt in Lissabon. Italien befand sich noch nicht im Krieg,
aber wir wurden praktisch schon als Angehörige einer feindlichen
Macht behandelt. Allen englischen Passagieren gegenüber benahmen
sich die Italiener unverschämt, denn sie vertrauten auf die Anfangs-
siege der Achse und auf Englands Fall und Vernichtung. Die Preise
für die Überfahrt und die Bedienung an Bord waren exorbitant -
und man weigerte sich englisches Geld anzunehmen. Wir waren dop-
pelt schlimm drangewesen, wenn wir in Lissabon nicht einen alten
Freund getroffen hätten, Siegfried Kamarsky, einen holländischen
Bankier und guten Zionisten, dem ich, seltsamerweise gerade einige
Monate vorher, behilflich gewesen war, ein Visum für Canada
zu bekommen. Er und seine Familie reisten mit uns nach Amerika.
Er war einer von den wenigen Juden, denen es gelang zu fliehen, ehe
Hitler in Holland einfiel.
Wir fanden Amerika in jener eigenartigen Vorkriegsstimmung,
die man sich heute so schwer zurückrufen kann. Die Katastrophe von
Pearl Harbour stand noch zwei Jahre bevor. Amerika blieb, sozusagen,


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Die ersten Kriegsjahre 613

leidenschaftlich neutral und machte verzweifelte Anstrengungen, das
Leben im normalen Geleise fortzusetzen. Man mußte äußerst vorsich-
tig sein mir dem, was man sagte. So etwa, wie ich es in einer meiner
Ansprachen ausdrückte: "Ich weiß nicht, ob die Erwähnung der Zehn
Gebote nicht als politische Äußerung angesehen wird, weil es in einem
heißt: Du sollst nicht töten." Unter diesen Umständen war mir jede
Arbeit, sowohl für die jüdische Sache als auch für die allgemeine,
unmöglich.
Für die Juden war die Lage dieselbe wie im Vorkriegsengland, wo
jede Erwähnung der jüdischen Tragödie als Kriegshetzerei angesehen
wurde. Die Zeit der "kalten Pogrome" mit Konzentrationslagern,
wirtschaftlicher Abwürgung, Massenaustreibungen und all den De-
mütigungen war schon schlimm genug gewesen. Nun erreichten uns
die ersten Gerüchte von Plänen
, die zu abscheulich waren, um glaub-
haft zu sein - Pläne zu einer buchstäblichen Massenvernichtung von
Juden. Ich bekam einen Brief von einem alten zionistischen Freund,
Richard Lichtheim, der in Genf lebte und zuverlässige Nachrichten
aus Deutschland erhielt. Er warnte uns: Falls Hitler die Oberhand
behielte, sei der europäische Zionismus erledigt, weil kein Jude am
Leben bliebe
. Es war wie ein Alp, der um so schwerer lastete, als
man schweigen mußte. Von solchen Dingen in der Öffentlichkeit
zu sprechen war "Propaganda".
In bezug auf die allgemeine Lage war man genau so gebunden.
Man durfte nicht wagen zu sagen, Englands Sache sei auch die
Amerikas, und vom Unvermeidlichen durfte man nicht sprechen. Ja
nicht einmal über die dringendsten praktischen Probleme, vor denen
England in seinem Kampfe auf Leben und Tod stand, durfte diskutiert
werden. So z.B. über das Problem der Gummibeschaffung. Gummi
kam aus dem Fernen Osten nicht mehr herein. Ich hatte mich schon
seit dem ersten Weltkrieg mit der Frage eines chemischen Ersatzes
für Gummi beschäftigt. Doch eine Diskussion darüber mit amerikani-
schen Fabrikanten anzufangen, war äußerst schwierig. Sie waren neu-
tral. Bis Pearl Harbour - und selbst noch einige Zeit danach -
waren sie nicht zu irgendwelcher Kriegsproduktion bereit.

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614 Weizmann Memoiren

Anfang Februar hatte ich eine Unterredung mit Präsident Roose-
velt
. Er zeigte lebhaftes Interesse für das, was in der letzten Zeit in
Palästina geleistet worden war. Ich versuchte herauszubekommen,
inwieweit Amerika nach dem Krieg etwa an einem neuen Kurs in
Palästina interessiert sei, der vom Weißbuch abwich. Doch obwohl
er sehr freundlich war, blieb die Diskussion rein theoretisch. Ehe ich
mich verabschiedete, erzählte er mir mit großem Behagen die Ge-
schichte von einem Besuch Felix Frankfurters, den dieser kürzlich
einer palästinensischen Kolonie gemacht hatte
. Dort sah er auf einer
Ausstellung einen prachtvollen Preisbullen. Frankfurter hatte so
nebenbei gefragt, wie der Bulle hieße, und man hatte ihm geant-
wortet: "Franklin D. Roosevelt!"
Ich sprach auf Zionistenversammlungen in New York, Baltimore,
Chikago, Detroit und Cleveland und immer mit der allergrößten Vor-
sicht. Ich versuchte die Aufmerksamkeit meiner jüdischen Volksge-
nossen auf das Schicksal zu lenken, das dem europäischen Judentum
drohte, und dabei alles zu vermeiden, was als Propaganda ausgelegt
werden konnte. Ich wies lediglich auf die positiven Ergebnisse in Palä-
stina hin und sprach die Hoffnung aus, daß das Ende des Krieges
auch die Annullierung des Weißbuches mit sich brächte und eine
neue Aera des Fortschritts, in einem jetzt noch nicht abzusehenden
Umfang, für die Nationale Heimstätte anbräche.
Alles in allem war diese erste amerikanische Reise im Krieg, die
drei Monate dauerte, nicht befriedigend. [...]

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Die ersten Kriegsjahre 617

[...]

Kurz nach meiner Rückkehr aus Amerika wurde ich zum ehren-
amtlichen Sachverständigen im Rüstungsministerium ernannt, dem
Herbert Morrison vorstand. Ich bekam ein kleines Laboratorium in
Grosvenor Crescent Mews 25, wo ich mit einem kleinen Stab von
Chemikern zu arbeiten anfing.


[...]


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618 Weizmann Memoiren


[...]

Bei Kriegsbeginn, auf jener Reise in die Schweiz, von der ich
bereits berichtete, hatte ich in Paris Station gemacht und mit M. de
Monzie, dem französischen Minister für Rüstung, über die Möglich-
keiten für die Anwendung eines gewissen Prozesses gesprochen, den
wir im Sieff'schen Forschungsinstitut in Palästina herausgefunden hat-
ten. Der Prozeß wird Aromatisation genannt und ist die Zertrümme-
rung schweren Öls durch ein katalytisches Verfahren, das zur Gewin-
nung von größeren Mengen Benzin, Benzol u. s. w. führt. Mein Assi-
stent Dr. Bergmann, der Direktor des Forschungsinstitutes, wurde
vom Rüstungsministerium eingeladen, nach Frankreich zu kommen,
und errichtete dort eine Musteranlage für Aromatisation, wo ein Kilo
Petroleum pro Stunde fabriziert wurde. Das Werk wurde dann zwei
französischen Wissenschaftlern übergeben, die pro-deutsch und gegen
den Krieg waren. Dr. Bergmann kehrte nach Palästina zurück. Bald
darauf kam er mit Dr. Bloch, dem Direktor des Sieff-Institutes, nach
London, um mit mir das Programm einer pharmazeutischen Produk-
tion in Palästina zu besprechen. Als ich zum chemischen Sachverstän-
digen des Ministeriums berufen wurde, überredete ich Dr. Bergmann,
zu bleiben und gemeinsam mit mir an diesen Aufgaben zu arbeiten.

[...]


------------------------------------------------------------


Die ersten Kriegsjahre 619


[...]

Wir entdeckten bald, daß unsere größten Schwierigkeiten außer-
halb des Laboratoriums lagen. Bei unsern Bemühungen, die Resultate
unseres Laboratoriums in eine Massenproduktion umzusetzen, stießen
wir auf die Besitzer "wohlerworbener Rechte" auf chemischem Gebiet,
die sich dem Eindringen von "Außenseitern" widersetzten, obgleich
ein nationaler Bedarf vorlag. Ich fand die Unterstützung einer Anzahl
wichtiger Persönlichkeiten, u.a. Lord Mountbattens und Geoffrey
Lloyds, aber die Sache ging nur sehr langsam vorwärts. Endlich ent-
schloß ich mich, da ja Amerika eigentlich das Land für Schweröl war,
unser Verfahren dort auszuprobieren statt in England. Das war der
Zweck meines langen Aufenthaltes dort vom April 1942 bis zum Juli
1943. Doch ich fand in Amerika dieselben Widerstände wie in
England. Davon möchte ich jedoch erst berichten; nachdem ich von
einigen Zwischenfällen erzählt habe.
Wenn ich auch von meiner wissenschaftlichen Arbeit ganz in
Anspruch genommen war, so vergaß ich doch zu keiner Zeit die
Gefahr, die unserer Nationalen Heimstätte drohte
. Daß der Krieg
sich auf das Mittelmeer ausdehnen würde, war vorauszusehen. Im
August 1940 schrieb ich an Churchill und bat ihn um eine Unter-
redung
. Ich fügte hinzu:
"In einem Krieg, der einen solchen Umfang angenommen hat
wie der gegenwärtige, läßt es sich nicht voraussagen, in welche stra-
tegische Lage die englische Flotte und das englische Heer noch
kommen können, bis der Sieg gewonnen ist. Sollte es zu einer zeit-

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620 Weizmann Memoiren

weiligen Aufgabe Palästinas kommen - ein Fall, der hoffentlich
niemals eintritt -, so wären die Juden in Palästina einem allgemeinen
Massaker von Seiten der Araber ausgesetzt, die von den Nazis und
den Faschisten dazu ermutigt und angeleitet würden. Diese Möglich-
keit verstärkt unsere Forderung nach dem in diesem Fall elementar-
sten Menschenrecht, Waffen zu tragen, ein Recht, das man loyalen
Staatsbürgern, wenn sich ein Land im Kriegszustand befindet, ge-
rechterweise nicht verweigern dürfte. Das palästinensische Judentum
kann eine Streitmacht von 50.000 Mann aufstellen
, alle in der Blüte
ihrer Jahre, eine Streitmacht, die, richtig ausgebildet, bewaffnet und
geführt, nicht zu verachten ist."
Im September 1940 besprach ich die Sache noch einmal ausführ-
lich mit Mr. Churchill bei einem Lunch
, bei dem u.a. auch Mr. Bren-
den Bracken und Mr. Bob Boothby, ein guter Freund, anwesend
waren. Churchill billigte die Idee und interessierte sich für Einzel-
heiten. Wir arbeiteten auf der Stelle ein Programm von 5 Punkten
aus, dessen Entwurf ich mitgebracht hatte und das sofort mit einem
Memorandum dem Generalleutnant Sir John Dill, Chef des General-
stabs, unterbreitet werden sollte.
Der erste Punkt des Programms forderte "die Rekrutierung einer
möglichst großen Anzahl Juden in Palästina, aus denen eine Kampf-
truppe in Form von jüdischen Bataillonen oder größeren Forma-
tionen gebildet werden soll." Der dritte (auf den zweiten komme ich
noch zurück) forderte "einen Stamm von Offizieren, der zunächst
für eine jüdische Division ausreichte, wofür sofort in Palästina Juden
auszusuchen seien, die in Ägypten ausgebildet werden sollten". Der
vierte Punkt handelte von einer jüdischen Wüstentruppe und der
fünfte von der Rekrutierung ausländischer Juden in England.
Der zweite Punkt war verhängnisvoll für uns, wenn auch nur
als Anzeichen für die Schwierigkeiten, die wir noch haben würden,
um überhaupt die Erlaubnis zum Militärdienst zu erhalten. "Das
Kolonialamt besteht auf einer annähernd gleichen Anzahl von Juden
und Arabern, die für die speziellen jüdischen und arabischen Ein-
heiten in Palästina rekrutiert werden sollen. Da die Rekrutierung von


-------------------------------------------------------------------


Die ersten Kriegsjahre 621

Juden in Palästina voraussichtlich ein zahlenmäßig größeres Ergebnis
haben wird als die von Arabern, müssen die überzähligen Juden zur
Ausbildung nach Ägypten oder sonstwohin in den Mittleren Osten
geschickt werden." In diesem Punkt gab Churchill dem Auswärtigen
Amt nach, in allen anderen waren wir vollkommen einig. Im ganzen
war ich mit dem Ergebnis zufrieden und die andern waren es bei
diesem Lunch auch. Wir waren in ausgezeichneter Stimmung;
Churchill steckte alle mit seinem guten Humor an. Gegen Ende des
Lunchs wandte sich Mr. Boothby lachend an mich und meinte: "Sehen
Sie, Dr. Weizmann, so läßt sich`s am besten mit einem M. P. (Parla-
mentsmitglied) umgehen - zwischen Käse und Kaffee!" "Ich wollte
es mir merken für das nächstemal", antwortete ich ihm.
Mit der Militärbehörde ließ sich leider nicht so leicht umgehen.
Churchill gab seine Einwilligung zu dem obengenannten Programm
im September 1940. Genau 4 Jahre mußten vergehen, bis im Septem-
ber 1944 die jüdische Brigade offiziell aufgestellt wurde
. Ihre Ge-
schichte gehört nicht in diesen Bericht und ich will auf die Einzel
heiten der Verhandlungen in dieser Frage nicht weiter eingehen. Ich
glaube, das Gesagte genügt, um sich einigermaßen einen Begriff von
den Schwierigkeiten zu machen, die sich uns hier wie überall entge-
genstellten, wenn wir unsere Mitarbeit anboten.
Im Frühling 1941 brach ich meine Arbeit in London ab, um für
drei Monate nach Amerika zu fahren. Ich ging auf Ersuchen der
englischen Regierung
, die wegen der anti-britischen Propaganda, die
in Amerika um sich griff, beunruhigt war. Doch ich widmete meine
Aufmerksamkeit zum großen Teil auch den zionistischen Fragen.
Es war nicht leicht für mich, meiner jüdischen Hörerschaft die
demütigende Verzögerung der Aufstellung einer jüdischen Kampf-
truppe "wegzuerklären", um so weniger, als ja das amerikanische
Judentum, wie auch das englische und palästinensische, tatsächlich mit
ganzem Herzen auf der Seite Englands stand. Ich hatte den Eindruck,
daß Zweidrittel der Summe, die durch die "Bundles for Britain"-Kam-
pagne zusammengebracht wurde, von Juden kamen
.
Unter den führenden Politikern Amerikas begegnete mir aufrich-

--------------------------------------------------------------------


622 Weizmann Memoiren

tige Sympathie für unsere zionistischen Bestrebungen und Ziele. Ich
erwähnte schon meine erste Unterredung mit Roosevelt. Auch Sum-
ner Welles sah ich verschiedene Male während meines Aufenthalts in
Amerika. Er war gut unterrichtet und uns wohlgesinnt. Die Schwie-
rigkeiten fingen immer erst an, wenn ich zu den Sachverständigen im
Stare Department kam. Der Führer der Östlichen Division war ein
geschworener Antizionist und ein ausgesprochener Araberfreund, und
das beeinflußte natürlich die Einstellung seiner Untergebenen und
Mitarbeiter. Es bestand ein entschiedener Gegensatz zwischen dem
Weißen Haus und Sumner Welles auf der einen Seite und dem Rest
des State Department auf der andern. Es war eine ähnliche Lage wie
die, in der wir uns in England befanden.
Und genau wie in England stieß ich auch hier wieder auf den
Widerstand gewisser interessierter Kreise gegen Kriegsproduktion,
ein Widerstand, der nichts mit der jüdischen Frage zu tun hatte. Das
stellte sich bei meinem dritten Besuch in Amerika heraus. Hiervon
und von Ahnlichem werde ich im nächsten Kapitel berichten.

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41. KAPITEL


AMERIKA IM KRIEG

Anfang 1942 erhielt ich einen Anruf von Mr. Winant, dem
amerikanischen Botschafter in England. Als wir uns trafen,
teilte er mir mit, Präsident Wilson hätte den Wunsch ausgesprochen,
daß ich in die Vereinigten Staaten käme
, um dort an dem Problem der
synthetischen Gummierzeugung zu arbeiten. Mr. Winant riet mir
ernstlich, mich möglichst ausschließlich der Chemie zu widmen; er
glaubte, daß ich auf diese Art sowohl den Alliierten wie der
zionistischen Sache am besten dienen könnte. Ich versprach seinem
Rat zu folgen, und während der fünfzehn Monate meines dritten Be-
suches in Amerika betätigte ich mich nur sehr wenig außerhalb
meines wissenschaftlichen Gebietes.

[...]


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624 Weizmann Memoiren


[...]


Wir reisten am 11. März nach Amerika ab. Am Tag unserer
Abreise ging ich schnell noch einmal nach Downing Street 10, um
mich von Mr. John Martin, Churchills Privatsekretär, zu verabschie-
den, mit dem wir freundschaftlich verkehrten, seit er als Hauptsekre-
tär der Peelkommission sich bewährt hatte. Ich hatte mich schon von
ihm verabschiedet, als er plötzlich zu mir sagte: "Der Chef ist neben-
an; er hat ein paar Minuten Zeit, und ich will Sie gern zu ihm brin-
gen." Nun entspann sich eine kurze und seltsame Unterhaltung zwi-
schen Churchill und mir
- besser gesagt ein Monolog - denn ich sagte
kaum mehr zu ihm als "Auf Wiedersehn". Er allerdings sagte viel in
den paar Minuten, die wir uns stehend unterhielten.
Zunächst wünschte er mir Glück für meine Amerikareise,
über die er selbstverständlich vollkommen unterrichtet war. "Ich freue


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Amerika im Krieg 625

mich für Sie, daß Sie hinübergeben," sagte er, "und ich bin sicher,
Sie werden drüben viel Arbeit vorfinden." Dann, ohne daß ich meiner-
seits etwas gefragt oder erwähnt hätte, fuhr er fort: "Ich möchte Ihnen
sagen, daß ich einen Plan habe. Er kann natürlich erst ausgeführt
werden, wenn der Krieg vorüber ist. Ich möchte Ibn Saud zum Herrn
des Mittleren Ostens machen - zum Boss aller Bosse
-, vorausgesetzt,
daß er sich mit Ihnen verständigt. Es wird von Ihnen abhängen die
bestmöglichen Bedingungen herauszuschlagen. Selbstverständlich
werden wir Ihnen helfen. Behandeln Sie das vertraulich, aber Sie
können mit Roosevelt darüber sprechen, wenn Sie nach Amerika kom-
men. Es gibt nichts, was er und ich nicht durchsetzen können, wenn
wir es beschlossen haben."

[...]

Churchill hatte mich gebeten, den Inhalt unserer Unterhaltung
vertraulich zu behandeln. Ich sagte bereits, daß mir diese Schweige-
pflicht in Dingen, welche die Zionistische Bewegung angehen, nicht
behagt. Unter den außergewöhnlichen Umständen, unter denen ich
mit Churchill sprach - wir waren auf dem Weg zum Zug, der uns

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626 Weizmann Memoiren

zum Flughafen bringen sollte - war eine vollständige Geheimhal-
tung ganz unmöglich. Mr. Joseph Linton, unser politischer Sekretär
und einer der ergebensten und treusten Diener der Bewegung, be-
gleitete mich. Ich erzählte ihm, als ich herauskam, was geschehen war,
und sagte zu ihm: "Ich werde sehr bald im Flughafen ankommen.
Dann mache ich eine kurze Aufzeichnung dieser Unterhaltung, die
stecken Sie in einen versiegelten Umschlag und übergeben ihn unserm
Freund Mr. Sigmund Gestetner. Er lebt auf dem Lande und der Ort
ist mehr oder weniger sicher vor Bombenangriffen. Wenn mir auf
der Reise oder in Amerika irgendetwas zustößt, dann öffnen Sie
diesen Umschlag und teilen seinen Inhalt dem Zionistischen Exeku-
tiv-Komitee mit."
Bei meiner Ankunft in Amerika besprach ich Churchills Plan nicht
mit dem Präsidenten Roosevelt
, denn unsere Unterredung war nur
sehr kurz, tatsächlich wenig mehr als eine freundliche Begrüßung.
Amerika befand sich jetzt etwa drei Monate im Krieg. Im Augenblick
sah Roosevelt in mir nur den wissenschaftlichen Arbeiter, und ich
erinnerte mich an Mr. Winants Rat, mich soviel wie möglich auf
meine Arbeit für die Kriegsproduktion zu konzentrieren, womit ich
der zionistischen Sache besser dienen könnte
.
Zunächst gab mir Roosevelt einen Empfehlungsbrief an Mr.
Vanevar Busch, den damaligen Leiter der Forschungen. Ich fürchte,
er hat mir nicht viel genützt, denn ich merkte bald, wenn ich wirk-
same Arbeit leisten wollte, so mußte ich mich mehr politisch als wis-
senschaftlich betätigen - eine Aussicht, die mich abstieß. Die Haupt-
sache war anscheinend nicht das Verfahren und die Produktion,
sondern die Überwindung des Widerstandes der großen Firmen, die
verbriefte Rechte hatten, - vor allem der Ölfirmen. Ich erfuhr ge-
legentlich eine recht unangenehme Behandlung von seiten einiger
Vertreter dieser Firmen, die als Sachverständige den verschiedenen
Abteilungen der Regierung beigegeben waren.
Mein Vorschlag, den ich offiziell dem Unterstaatssekretär im Wirt-
schaftsministerium, Mr. William Clayton, machte, war: Mais zu fer-
mentieren, von dem man Millionen Bushels in den Vereinigten Staa-

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Amerika im Krieg 627

ten und in Kanada bekommen konnte, und diesen fermentierten Mais
mit meinem Verfahren, das man in großem Umfang in verschiedenen
Teilen von Amerika bereits anwandte, in Butylalkohol und Azeton
umzuwandeln. Der Butylalkohol konnte ohne Schwierigkeit zur
Herstellung von Butylen verwandt und Butylen leicht in Butadien
verwandelt werden, das der Grundstoff für Gummi ist. Ich wußte,
daß große Quantitäten von Butadien bereits aus Öl gewonnen worden
waren, doch der Nachteil dabei war, soviel ich entnehmen konnte,
daß das auf diese Art gewonnene Butadien nicht rein war. Die Reini-
gung war langwierig und kostspielig, während das Butylen, das durch
mein Verfahren hergestellt wurde, chemisch rein war und sich sehr
viel leichter in die reinere Form von Butadien verwandeln ließ. Doch
ich war zu spät gekommen, oder doch jedenfalls sehr spät; die Regie-
rung hatte bereits mit den Ölgesellschaften abgeschlossen. Ein Ver-
fahren einzuführen, das nicht die Billigung der Ölgesellschaften hatte,
war eine Aufgabe, die über Menschenkraft ging.
Mein Verfahren wurde indessen von Henry A. Wallace, dem Vize-
präsidenten und der Nationalen Farmer Union befürwortet. Das
Ergebnis war
, daß ich, zu meinem größten Entsetzen, der Mittel-
punkt einer Kontroverse zwischen der Farmer Union und den
Ölgesellschaften wurde, die politischen Charakter annahm. Ein
erfreulicheres Resultat war die endgültige Umstellung eines großen
Teiles der Produktion auf Alkohol und seine Derivate. Einige Zeit
danach war Mr. Wallace so gütig, von meiner Kriegsarbeit in Amerika
folgendes zu schreiben: "Die Welt wird nie ermessen können, welch
bedeutenden Beitrag Weizmann zu der erfolgreichen Durchführung
des Programms für synthetische Gummierzeugung geleistet hat
in
einer Zeit, wo diese Produktion sehr gering war und zu langsam
vonstatten ging."

[...]

[Produktion für Gummireifen und -Schläuche]

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Amerika im Krieg 629

Um mit unserm Verfahren vorwärts zu kommen, hätten wir eine
private Firma finden müssen, die ohne Unterstützung der Regierung
arbeiten konnte. Das wäre doppelt schwierig gewesen, weil es nicht
leicht war, Lizenzen und Erlaubuisscheine für Einrichtung und Maschi-
nen zu bekommen. Der Kampf war lang und hart, aber ich wollte
nicht locker lassen. Daß ich einen teilweisen Erfolg errang, beweist
der Brief von Mr. Wailace. Die Interessengruppe, die "Rechte" besaß,
war jedoch zu mächtig, als daß man sich schnell gegen sie hätte durch-
setzen können. Schließlich übergab ich mein Verfahren einer Firma
in Philadelphia, die es während des Krieges anzuwenden begann und
es noch anwendet.

[...]

[Gefahr durch Rommel-Vormarsch in Nordafrika]

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630 Weizmann Memoiren

... Der Korrespondent berichtete ferner,
General Wavell hätte einige jüdische Führer zu sich kommen lassen
und ihnen vertraulich mitgeteilt, wie sehr er bedauere, daß das engli-
sche Militär nicht mehr für den Jischuw tun könnte; die Truppen
müßten nach Indien zurückgezogen werden, man könnte den Juden
leider nicht helfen und müßte sie der Wut der Deutschen, der Araber
und der Italiener überlassen. Der Korrespondent hatte auch gehört,
die jüdischen Führer hätten eine Versammlung abgehalten und einen
verzweifelten Entschluß gefaßt. Man wollte sich in zwei Alters-
gruppen einteilen. Die ältere Gruppe wollte Selbstmord begehen
und die jüngere wollte ins Gebirge fliehen und da die letzte Schlacht
schlagen, um ihr Leben so teuer als möglich zu verkaufen. Damit
würde die Nationale Heimstätte erledigt sein.
Es war genug, um einem das Herz zu brechen, selbst wenn man
nicht alles wörtlich nahm. Was würde das Los der Juden in Palästina
sein, wenn Rommel durchbrach, nach dem, was mit den jüdischen Ge-
meinden im eroberten Europa geschehen war? In jenen Tagen, als im
afrikanischen Krieg alles auf des Messers Schneide stand, wurde alles
in Bewegung gesetzt Amerika zu veranlassen, soviel Flugzeuge und
Tanks, wie nur aufzutreiben waren, auf diesen Kriegsschauplatz zu
schicken. Auch ich warf meine Bitte, die nur so schwer wog wie ich
selbst, in die Wagschale. Henry Morgenthau jun. stellte mich dem Ge-
neral Marshall vor und ich setzte dem amerikanischen Generalstabs-
chef auseinander
, was uns drohte, wenn das benötigte Kriegsmaterial
die Engländer nicht rechtzeitig erreichte. General Marshall hörte ernst
und aufmerksam zu, sagte sehr wenig, machte sich Notizen über das,
was ich ihm erzählt hatte, und dankte mir für die Mitteilung.
Wie die Verstärkung in aller Eile über den Atlantik nach Afrika
gebracht wurde, wie sie gerade noch zur rechten Zeit ankam und
wie das Unglück noch im letzten Augenblick abgewendet werden
konnte, ist oft berichtet worden. Doch vielleicht erinnert sich niemand
lebhafter an diese Tage der Todesangst als die Juden in Palästina, in
denen die nahezu wunderbare Errettung ihres Heimatlandes vor voll-
ständiger Vernichtung auch noch die Erinnerung an die Bibel wach-

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Amerika im Krieg 631

ruft, an jene Geschichte aus alter Zeit, als Senacherib vor den Toren
Jerusalems geschlagen wurde.
In den ersten Monaten meines Aufenthalts in Amerika war ich
fast nur von meiner chemischen Arbeit und den angrenzenden Pro-
blemen in Anspruch genommen. Als der Sommer vorüber war und
mit ihm die militärische Gefahr für Palästina, und ich meine Arbeit
für Kriegszwecke in Angriff genommen hatte, erlaubte ich mir, mich
auch zionistisch wieder etwas zu betätigen; nicht viel, denn ich dachte
an Mr. Winants Rat, doch immerhin soviel, um den Kontakt mit der
äußeren und inneren Entwicklung der Bewegung aufrecht zu erhalten.
Was die äußere Entwicklung angeht, so habe ich bereits erwähnt,
daß bei meiner ersten Begegnung mit Präsident Roosevelt wir nur von
meiner wissenschaftlichen Arbeit sprachen. Später versuchte ich von
führenden Amerikanern herauszubekommen, welche Art von Unter-
stützung wir wohl erwarten könnten, wenn wir nach dem Krieg
unsere zionistischen Forderungen formulierten
. Die Schwierigkeiten
wurden uns nicht von den Politikern ersten Ranges gemacht. Die
meisten hatten immer größtes Verständnis für unsere Ansprüche, und
die Veröffentlichungen über eine Nationale Jüdische Heimstätte bil-
deten eine ganze Literatur
. Nur hinter den Kulissen und in den unteren
Regionen stießen wir auf einen beharrlichen, nicht zu fassenden,
geheimen Widerstand, der sich um die öffentlichen Erklärungen
amerikanischer Politiker nicht kümmerte. In unsern Bemühungen,
dem Einfluß dieser geheimen Mächte entgegenzuwirken, waren wir
sehr behindert, weil wir keinen Rückhalt hatten. Die Amerikaner,
die im Mittleren Osten tätig waren, standen, mit wenigen Aus-
nahmen, in Beziehung zu den Ölgesellschaften oder gehörten Missio-
nen in Beirut und Kairo an. Aus dem einen oder andern Grund
waren sie gegen uns eingestellt. Und diese Einstellung übertrugen
sie auf die amerikanischen Agenten in ihrem Gebiet. So kam es,
daß alle Informationen, welche die Behörden in Washington aus
dem Mittleren Osten erhielten, gegen uns arbeiteten.
Wir konnten auch niemals wirklich herausbekommen, was hinter
den Kulissen vor sich ging....


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42. KAPITEL


FRIEDE UND ENTTÄUSCHUNGEN 634


Während der letzten Kriegsjahre beherrschten zwei Gefühle die
Seele der Juden: Verzweiflung und Hoffnung. Die Tragödie
des europäischen Judentums enthüllte sich langsam in ihrer ganzen
unfaßbaren Grauenhaftigkeit. Es war nicht nur die Tragödie physi-
scher Leiden und Zerstörung, daran krankte die ganze Welt, obgleich
niemand davon so heimgesucht worden war wie die Juden. Es war
zugleich eine Tragödie der Demütigung und des Verrats. Manches
Unglück war unvermeidlich, doch viel hätte verhindert werden, Tau-
sende von Menschenleben hätten gerettet werden können, sowohl in
der Zeit vor dem Krieg, als im Krieg selbst, hätten sich die demokra-
tischen Länder und ihre Regierungen mehr darum bemüht
. Ich will
nicht Beschuldigungen mit Gegenbeschuldigungen beantworten, wenn
ich das feststelle, dafür ist die Tragödie zu ernst. Ich stelle es nur fest,
damit man die jüdische Lage verstehe. Und wie immer in solchem Fall
machte das Gefühl, daß das Unglück vielleicht zu vermeiden gewesen
wäre, wenn die Menschen sich mehr Mühe gegeben hätten, das Ganze
noch untragbarer.
Die Hoffnung, welche der Gegenpol dieser Verzweiflung und
dieses Schmerzes war, nährte sich von der bevorstehenden Nieder-
lage Nazideutschlands und dem Glauben, daß nun endlich, mit dem
kommenden Frieden, die siegreiche demokratische Welt sich besinnen
würde. Wenn sie dann weniger mit ihren eigenen Befürchtungen be-
schäftigt war, weniger um ihre eigene Sicherheit besorgt sein mußte,
dann, dann wurde ihr vielleicht der ganze Umfang der Katastrophe
bewußt, die über das jüdische Volk hereingebrochen war, und man
gab ihm endlich eine Lebensmöglichkeit
.
Die Zeit unmittelbar nach dem Krieg war für das jüdische Volk
und für die Zionistische Bewegung eine Zeit schwerster Enttäu-


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Friede und Enttäuschungen 635

schungen. Gewiß, wir waren nicht die einzigen, die ernüchtert wurden,
doch es gab wenige Forderungen, die so begründet waren, wie die
unsrigen, und noch weniger, die, angesichts der offenbar vorhandenen
nackten Not, so minimal waren. Alles, was wir verlangten, war, daß
man uns Gelegenheit gab, aus eigener Kraft die Überreste unseres
Volkes zu retten. Und es war alles, was wir erhofften
.
Es kann nicht klar genug ausgesprochen werden, daß wir nicht
nur unbestimmte Hoffnungen hegten, die einer optimistischen Stim-
mung entsprangen. Sie gründeten sich auf ganz bestimmte private und
öffentliche Zusicherungen. Daß man sie enttäuschte, war um so
empörender und weniger zu erwarten, weil sie vorsätzlich von denen
genährt worden waren, die sie hätten erfüllen können und es nicht
taten. Für diese geschichtliche Tatsache gibt es schmerzliche Beweise.
Als ich 1942 nach Amerika ging, nahm ich die Versicherung
Churchills mit, daß er einen "Plan" für uns hätte, daß er gemeinsam
mit Roosevelt diesen Plan ausführen würde und daß nach Beendigung
des Krieges ein Wechsel im Status der Nationalen Jüdischen Heim-
stätte eintreten sollte. Das Weißbuch, das Churchill 1939 öffentlich so
hart angeklagt hatte, würde verschwinden. Gegen Ende meines
Aufenthaltes in Amerika - eines Aufenthaltes, den ich fast aus-
schließlich für kriegsnotwendige Arbeit benutzte - hatte ich eine
lange Unterredung mit Präsident Roosevelt
im Beisein von Sumner
Welles. Die Einstellung Roosevelts war vollkommen positiv.
Er wußte selbstverständlich um das arabische Problem und sprach
besonders von Ibn Saud, den er für fanatisch und schwierig hielt. Ich
vertrat den Grundsatz, daß wir unsere Sache nicht von der Einwilli-
gung der Araber abhängig machen könnten; solange man sie darum
bat, würden sie selbstverständlich ablehnen, doch wenn sie einmal
wüßten, daß Mr. Churchill und Mr. Roosevelt beide den Plan einer
Nationalen Jüdischen Heimstätte unterstützten, so würden sie sich
beruhigen. Sobald sie eine brüchige Stelle in dieser Unterstützung wit-
terten, würden sie sich ablehnend, anmaßend und destruktiv verhalten.
Roosevelt versicherte mir wieder seine Sympathie für unsere Sache
und seinen Wunsch, das Problem aus der Welt zu schaffen.

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636 Weizmann Memoiren

Während dieser Unterredung wurde ich von Mr. Welles unter-
stützt, der in unsern Privatunterhaltungen etwas vorsichtig und
zurückhaltend gewesen war, der aber bei dieser Gelegenheit den aus-
gesprochenen Wunsch durchblicken ließ, meine Vorschläge möch-
ten zu einem greifbaren Resultat führen. Amerika sei sicher be-
reit, sagte er, finanziell beim Aufbau der Nationalen Jüdischen Heim-
stätte zu helfen. Wir sprachen nicht über Einzelheiten, doch Welles
hatte meinen Aufsatz in den "Foreign Affairs" gelesen, worin ich
meine Anschauungen umrissen hatte, und er stimmte mit ihnen über-
ein. Roosevelt, dem ich den Inhalt von Churchills letzter Erklürung an
mich mitteilte, bat mich, Mr. Churchill sein Einverständnis mit dem
Plan zu übermitteln.
Man darf nicht annehmen, daß wir bei unsern Verhandlungen
uns auf Gruppen, Parteien und Einzelpersönlichkeiten, die an der
Macht waren, beschränkten und daß unsere Hoffnungen nur von
ihnen ermutigt wurden. Unser Appell an die Gerechtigkeit war keine
Parteisache, wir wandten uns an alle Menschen, die guten Willens
waren. Seit die "Jewish Agency" als öffentliches Instrument der Ver-
waltung in Palästina anerkannt war, kamen wir natürlich häufiger
mit der englischen Regierung in Berührung; doch meine Kollegen und
ich waren dauernd bemüht, unsere Sache auch in andere Kreise hinein-
zutragen. 1943 und 1944 besprach ich die Frage der Nationalen Jüdi-
schen Heimstätte mit Männern wie Archibald Sinclair, Creech-Jones,
Ernest Bevin und Hugh Dalton. Mr. Berl Locker war in englischen
Arbeiterkreisen tätig. Auf der Konferenz im Juni 1943 bestätigte die
englische Labour Party noch einmal ihre traditionelle Unterstützung
der Nationalen Jüdischen Heimstätte. In dem Bericht des Nationalen
Exekutivkomitees der Labour Party, der im April 1944 herauskam,
wurden im Hinblick auf die Araber Regelungen empfohlen, die über
das hinausgingen, was wir in unserm offiziellen Programm forderten.
In diesem Bericht hieß es an einer Stelle: "Eine Nationale Jüdi-
sche Heimstätte hat weder Sinn noch Zukunft, wenn wir nicht bereit
sind, die Juden, falls sie es wünschen, in solcher Anzahl in dieses
winzige Land hineinzulassen, daß sie die Majorität bekommen. Es


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Friede und Enttäuschungen 637

bestanden schon Gründe genug dafür vor dem Krieg, doch heute,
nachdem der unaussprechlich abscheuliche deutsche Naziplan kaltblütig
und wohlüberlegt vorsieht, alle Juden Europas zu töten, sind sie zwin-
gend.... Man sollte die Araber ermutigen auszuwandern, wenn die
Juden einwandern
. Man sollte sie anständig für ihr Land entschädigen
und ihre Ansiedlung sonstwo sorgfältig organisieren und großzügig
finanzieren."
Ich erinnere mich, Mr. Hugh Dalton und seinen Kollegen wider-
sprochen zu haben; ich sagte ihnen, es bestände keine Notwendigkeit
für einen solchen Vorschlag; wir hätten niemals daran gedacht und
dächten niemals daran, die Araber zu vertreiben. Aber nein, sie waren
zionistischer als wir, - päpstlicher als der Papst
.
Wieder erhielt ich eine wohlwollende Zusicherung von Churchill,
als wir uns im September 1943 kurz begegneten; und noch einmal
eine ausführlichere in Chequers, wo ich in kleinem Kreis mit ihm
lunchte. Es war am 4. November 1944
und anwesend waren sein
Bruder John Churchill, Mr. John Martin und Major Thompson.
Bei dieser letzten Unterhaltung war Churchill ganz in seinem
Element.
Er sprach von der Teilung Palästinas und erklärte sich damit ein-
verstanden, daß der Negew jüdisches Gebiet würde. Doch während er
mir deutlich zu verstehen gab, daß keine Schritte unternommen wer-
den könnten, bis der Krieg mit Deutschland erledigt sei, stand er in
enger Verbindung mit Amerika über die Nationale Jüdische Heim-
stätte. Als er hörte, ich führe demnächst nach Palästina, empfahl er
mir, in Kairo Station zu machen und Lord Moyne aufzusuchen, der,
wie er sagte, seine Ansichten in den letzten zwei Jahren geändert
hätte und günstiger eingestellt sei. Er fragte mich, ob wir die Absicht
hätten, Juden in großer Anzahl nach Palästina zu bringen. Ich ant-
wortete ihm, ich dächte an eine Zahl von etwa hunderttausend jährlich
in den nächsten fünfzehn Jahren. Ich sprach auch von der großen
Anzahl Kinder, die nach Palästina gebracht werden müßten. Chur-
chill bemerkte, es sei Sache der Regierung für diese Kinder zu sorgen,
und erwog finanzielle Hilfe. Ich antwortete ihm: wenn auf politi-


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638 Weizmann Memoiren

schem Gebiet erst alles einmal klar sei, dann sei das finanzielle Pro-
blem von sekundärer Bedeutung.
Bei einer Wendung des Gespräches kam die Rede auf die jüdische
Opposition und u.a. erwähnte Churchill auch Bernard Baruch. Ich
sagte ihm, es gäbe wohl noch einige reiche und mächtige Juden, die
gegen die Idee einer Nationalen Jüdischen Heimstätte seien, doch
sie verstünden nicht viel von der Sache.
Ich fragte mich bei diese Gelegenheit wieder, wie so oft, warum
Leute, die sich so wenig mit einem so schwierigen Problem wie dem
Zionismus beschäftigt hatten, sich anmaßten bei hohen Stellen, auf
die es ankam, geringschätzig davon zu sprechen. Ich war Mr. Baruch
einigemale in Amerika in Verbindung mit meiner chemischen Arbeit
begegnet. Da ich seine Haltung kannte, vermied ich sorgfältig das
jüdische Problem zu berühren; und auch er hatte keine Neigung
gezeigt, sich mit mir darüber zu unterhalten. Und doch hatte er es
nicht unterlassen können, Churchill seine negativen Ansichten mitzu-
teilen
. Allerdings muß ich hinzufügen, daß Mr. Baruch, später und
besonders in der Zeit des Kampfes um die Teilung in der UN, seine
Anschauungen sehr geändert hat; er half uns in vieler Beziehung und
gebrauchte seinen Einfluß weitgehend zu unsern Gunsten.
Als der Lunch vorüber war, nahm mich Churchill mit in sein
Arbeitszimmer
und wiederholte die einzelnen Punkte, die er in der
allgemeinen Unterhaltung berührt hatte. Er schien bekümmert, daß
das Interesse Amerikas in dieser Frage mehr oder weniger akademisch
war. Er fügte auch hinzu, er habe keine sehr hohe Meinung von der
Rolle, die die Araber in diesem Krieg gespielt haben.
Es war eine lange und sehr freundschaftliche Unterredung und
eine der seltenen Gelegenheiten, wo Churchill einmal nicht die ganze
Unterhaltung allein bestritt. Ich ging in gehobener Stimmung fort und
gab kurz darauf meinen Kollegen einen ausführlichen Bericht über
mein Gespräch mit Churchill.
So viel von der Voraussetzung für unsere Hoffnungen zur Zeit, als
der Krieg zu Ende ging. Ich kehre nun zu dem persönlichen Teil
der Erzählung zurück.


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640 Weizmann Memoiren

[Ermordung Lord Moynes in Kairo durch zionistische Terroristen, Weizmann reist nach Palästina]


Der Empfang, den mir die Juden in Palästina nach einer Abwe-
senheit von mehr als fünf Jahren bereiteten, war herzlich, warm und
spontan. Es war eine wunderbare Heimkehr, alles war so, wie das
Herz es begehrte; oder besser gesagt, so hätte ich es empfunden,
hätten nicht gewisse Erscheinungen mich sehr bedenklich gestimmt.
Seit 1939 hatte sich ein großer Wandel im Heimatland vollzogen.
Einmal zum mindesten, als Rommel vor den Toren El Alameins stand,
war es durch das Tal der Todesschatten gegangen. Es hatte Augen-
blicke gegeben, wo das entsetzliche Vorgefühl von unabwendbarem
Unglück uns verfolgt hatte. Wie ein Nachtmar quälte uns das Bild
von Deutschen und Italienern, die durch Palästina marschierten. Wir
sahen unsere Städte und Siedlungen, von zwei Generationen sorgsam
gehütet und mit Liebe erbaut, derselben Plünderung und Vernichtung
ausgeliefert wie das deutsche und polnische Judentum. Es war nicht
geschehen und das Heimatland stand noch und stärker als je. Die
Kriegsjahre hatten die Gemeinschaft zu einem machtvollen, selbstbe-
wußten Organismus zusammengeschweißt. Ihre großen Leistungen
für den Krieg, die in keinem Verhältnis zu der zahlenmäßigen Stärke
des Jischuw standen, hatten den Juden in Palästina ein erhöhtes Selbst-
vertrauen verliehen, einen gerechtfertigten Stolz auf erworbene Ver-
dienste. Sie fühlten, sie waren berechtigt, der demokratischen Welt
erneut ihren Anspruch zu unterbreiten
. Die technische Entwicklung
hatte einen hohen Grad erreicht. Tatsächlich bestand die Nationale
Heimstätte schon - wenn auch unanerkannt und darum noch ge-
hemmt in der Erfüllung ihrer Aufgabe. Hier waren nun über sechs-
hunderttausend Juden, die fähig waren, eine lang vorbereitete Aktion


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Friede und Enttäuschungen 641

zu Gunsten des überlebenden Judentums in Europa zu unternehmen,
wobei es sich für sie nicht um unpersönliche Hilfsbedürftige handelte,
sondern, in Tausenden von Fällen, um nächste und liebste Menschen.
Sie konnten eine solche Hilfsaktion unternehmen, sie brannten darauf
es zu tun, und man erlaubte es ihnen nicht.
Hand in Hand mit dieser Entwicklung und in gewissem Sinn mit
ihr verbunden, zum Teil aber auch infolge der Vereitelung berechtigter
Hoffnungen, zeigten sich auch negative Seiten: hier und da ein Rück-
gang der alten, überlieferten, zionistischen ethischen Sauberkeit, ein
Anflug von Miitarismus und eine Schwäche für seine äußere Auf-
machung; hier und da noch etwas Schlimmeres - die tragische, nutz-
lose unjüdische Zuflucht zum Terrorismus, eine Umkehrung der
rein defensiven Bestimmung der Haganah; und das Schlimmste: in
gewissen Kreisen eine Bereitschaft mit dem Bösen zu paktieren, es
politisch zu benutzen, es - je nachdem - zu verdammen oder nicht
,
statt es nicht als das anzusehen, was es war: ein entsetzlicher Fluch
für die Nationale Heimstätte, keinesfalls etwas, das unter irgendwel-
chen Umständen Vorteile bringen konnte.
Manchmal schien es, als ob die Feinde des jüdischen Heimatlandes
draußen entschlossen waren, nur die destruktiven Elemente innerhalb
des Landes zu ermutigen. Lange vor Kriegsende war die letzte Ent-
schuldigung für das Weißbuch - die Versöhnung der Araber, die,
nebensei gesagt, sich nicht dadurch hatten versöhnen lassen - hin-
fällig geworden. 1944 und selbst schon 1943 war der Sieg, den zu
erringen uns die Araber so wenig geholfen hatten, schon vorauszu-
sehen. Die moralische Autorität der Demokratien stand damals auf
ihrem Höhepunkt, und eine Erklärung für die Jüdische Heimstätte
wäre in dieser Zeit von durchschlagender Wirkung gewesen. Doch
eine neue Ausrede ersetzte die alte: man mußte das Ende des Krieges
abwarten. Das war der Vorwand, den Churchill in einer privaten
Unterhaltung mit mir
anführte und den er auch im Unterhaus am 27.
Februar 1945, nach der Yaltakonferenz, vorbrachte. Als der Krieg im
Mai 1945 beendet war, geschah jedoch auch nichts.
Im Juli dieses Jahres brachten die allgemeinen Wahlen in England


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642 Weizmann Memoiren

den Sieg der Labour Party, der die ganze Welt in Staunen setzte
und von dem alle liberalen Elemente begeistert waren. Wenn je eine
politische Partei sich zweideutig in einer Frage verhalten hat, dann
war es die englische Labour Party in bezug auf die Nationale Jüdische
Heimstätte. Drei Monate, nachdem sie an die Regierung gekommen
war, verleugnete sie das, wofür sie sich dem jüdischen Volk gegenüber
so oft und unzweideutig - ja leidenschaftlich - verbürgt hatte.
Heute hat es sich durch den Lauf der Ereignisse herausgestellt, daß
den Versprechungen und Freundschaftsbeteuerungen, den Angriffen
auf das Weißbuch im Unterhaus, derer, welche die künftige Regie-
rungspartei bildeten, sowie den offiziellen Beschlüssen der Labour
Party Festigkeit und Überzeugungstreue fehlten; sie widerstanden
dem Druck jener Kräfte nicht, die, hinter den Kulissen, stets gegen
uns arbeiteten.
Es war am 13. November 1945, als die Labour-Regierung offiziell
die Versprechungen der Labour Party zurücknahm und uns, statt der
Aufhebung des Weißbuches und der Befreiung der Juden aus den
Internierungslagern, eine neue Untersuchungskommission anbot. Der
außergewöhnliche Geist, von dem diese politische Erklärung durch-
drungen war, geht schon aus den ersten Worten hervor. "Die englische
Regierung macht sich nicht die Auffassung zu eigen, daß die Juden
aus Europa vertrieben werden sollen oder daß es ihnen nicht erlaubt
werden sollte, in europäischen Ländern ohne Diskriminierung zu
leben und mit ihren Fähigkeiten und Talenten bei der Wiederher-
stellung des Wohlstandes von Europa mitzuwirken." Mit andern Wor-
ten: die englische Regierung wollte sich die Auffassung nicht zu eigen
machen, daß sechs Millionen Juden in Europa getötet worden waren

durch die verschiedensten in Massen angewandten wissenschaftlichen
Methoden, und daß der europäische Antisemitismus so lebendig wie
je war. Die englische Regierung verlangte, daß die Juden dablie-
ben und ihre Talente (wie ich später im Spezialkomitee für Palä-
stina der Vereinten Nationen sagte) für den Wiederaufbau Deutsch-
lands einsetzten, damit die Deutschen noch einmal Gelegenheit be-
kämen, die letzten Reste des jüdischen Volkes zu vernichten.



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Friede und Enttäuschungen 643

Nach solcher Einleitung läßt sich der Rest des Dokumentes leicht
erraten. Anstatt einer Massenverpflanzung von Juden nach Palästina,
wie es uns die Labour-Party wiederholt versprochen hatte, bot sie
uns jetzt eine tropfenweise Einwanderung von 1500 Flüchtlingen
monatlich an
; statt einer großzügigen Auslegung der Balfour-Dekla-
ration die Rückkehr zu der alten doppelzüngigen Behauptung einer
Verpflichtung gegen die Araber, die ebenso schwer wöge, wie das
Versprechen einer Heimstätte für die Juden. Der Vorhang war ge-
fallen.

Bevin, der als neuer Außenminister die Erklärung im Namen der
Labour-Regierung abgab, war offensichtlich entschlossen, jedenfalls
was ihn anging, keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß er
mit den schlimmsten Folgerungen, die diese Erklärung nach sich
ziehen konnte, einverstanden war. Auf einer Pressekonferenz nach
der Abgabe der Erklärung sagte er, offenbar in bezug auf unsere For-
derung einer Erfüllung der Balfour-Deklaration und der Versprechun-
gen der Labour-Party: "Wenn die Juden mit ihren Leiden sich zu
sehr in den Vordergrund schieben, entsteht dadurch die Gefahr einer
erneuten antisemitischen Reaktion."
Es war eine unverdient brutale, ja rohe Bemerkung, doch ich
muß sagen, sie überraschte mich nicht. Meine persönlichen Beziehun-
gen zu Bevin waren nicht besonders erfreulich, d.h. wenn es um die
jüdische Sache ging. Seine Art war anmaßend. Das erste Mal suchte
ich ihn in seiner Eigenschaft als Außenminister auf, wegen Beschei-
nigungen für Flüchtlinge. Man hatte uns eine lächerlich kleine Zahl
ausgestellt - sie bezog sich auf eine Bestimmung des Weißbuches,
die niemals angewandt worden war -, die wir uns schämten, den
aufgeregten und verzweifelten Menschen in den D.P.-Lagern zu nen-
nen. Mit diesen Bewilligungen konnten wir uns nicht zufrieden
geben, wir wiesen sie zurück. Bevins erste Bemerkung war: "Was
soll das heißen, daß Sie diese Bewilligungen zurückweisen? Wollen
Sie mich etwa zwingen? Wenn das eine Kampfansage sein soll,
nun schön." Nicht der leiseste Versuch, unsern Standpunkt zu ver-


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644 Weizmann Memoiren

stehen, nur diese überhebliche, streitsüchtige Haltung. Eine frühere
Begegnung mit Bevin, als er während des Krieges Arbeitsminister
gewesen war, hatte sich wesentlich anders abgespielt; aber da hatte
Herr Bevin mich auch gebraucht.
Zweieinhalb Jahre vergingen nach meinem Besuch in Palä-
stina 1944, ohne daß englische oder andere Staatsmänner auf die
Bitten und Proteste der großen werktätigen Majorität in Palästina und
in der Diaspora je eine positive Antwort erteilten. Jede objektive
Prüfung ergab für das dringende Problem des europäischen Juden-
tums auf lange Sicht nur eine Lösung: so schnell wie möglich eine
Massenevakuierung nach Palästina, soweit die wirtschaftliche Auf-
nahmefähigkeit des Landes es zuließ. Jeder objektive Bericht gab
auch zu, daß die palästinensischen Juden imstande waren, von sich
aus das Problem zu lösen. Und nichts wurde getan.
Im Herbst 1945 berichtete Mr. Earl Harrison nach Untersuchun-
gen an Ort und Stelle, daß es keine andere Lösung gäbe für das euro-
päische Judentum als Palästina; Präsident Truman schlug dem Pre-
mierminister Attlee vor, hunderttausend Juden zu erlauben sofort in
Palästina einzuwandern. Der Erfolg von Trumans Anregung war die
eben erwähnte Erklärung Bevins. Das war der Ursprung der Anglo-
amerikanischen Kommission von 1946.
Tief enttäuscht wie wir waren, und obgleich wir neue Scherereien
durch Anfragen und Untersuchungen hatten, arbeiteten wir doch
loyal mit der Kommission zusammen.

[...]


Zuletzt bearbeitet von ekueku am 07 Jun 2010, 10:07, insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 14 Feb 2010, 18:09    Titel: weitere interessante "Schriftstücke"... Antworten mit Zitat

Weitere Ausführungen zu Weizmann aus der Fachliteratur, Zitat:

[Polenfeldzug 1939]
Hitlers Besuche der Schlachtfelder waren seine erste wirkliche Begegnung mit »dem Osten«. Er fand seine Eindrücke von den »Untermenschen« und den Juden bestätigt. War das noch Europa? Wahllos zerstreut lagen die elenden Holzkaten da, mit windschiefen, zerzausten Strohdächern. Kilometerlang erstreckten sich die Sumpfflächen zwischen den Hütten. Am Wegesrand standen Grüppchen ehrerbietiger polnischer Zivilisten, tief sich verbeugend im wirbelnden Staub der Autokolonne, viele Juden darunter im Kaftan und Ringellöckchen, wie herausgeschnitten aus alten Spott- und Witzblättern.

Die Juden waren der Feind. Dr. Chaim Weizmann, der Präsident der Jewish Agency, hatte in einem öffentlichen Brief an die britische Regierung »auf das ausdrücklichste« bekräftigt, daß alle Juden, wo immer sie sein mochten, auf der Seite der Demokratien gegen Hitler kämpfen würden. Diese offene Kriegserklärung gelangte mit Sicherheit zu Hitlers Kenntnis, als »The Times« den Brief am 6. September veröffentlichte, denn er bezog sich im Sommer 1942 darauf als Beweis, daß das Weltjudentum der Feind Nummer Eins sei. Mittlerweile waren finstere Kräfte im Dritten Reich längst dabei, die Hitler-Prophezeiung vom 30. Januar [1939] zu erfüllen, eine Prophezeiung, an die er in wenigstens fünf öffentlichen Reden und Proklamationen des Jahres 1942 erinnern sollte: »Zum erstenmal wird diesmal das echt altjüdische Gesetz angewendet: Aug' um Aug', Zahn um Zahn!« prahlte er am 30. Januar 1942.

http://www.fpp.co.uk/books/Hitler/FuRK_Langenmueller.pdf
(Quelle: David Irving, Führer und Reichskanzler Adof Hitler 1933-1945, Seite 215)



"... und wenn die Joddn net spur'n, wird das Ergebnis dieses Krieges die Ausrottung der jüdischen Rasse sein..."

Punkt! ... so unser Adolf.

Und das wurde von allen verstanden, die es anging! Und geprahlt hat Adolf überhaupt net.


eku
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ekueku
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BeitragVerfasst am: 07 Jun 2010, 10:42    Titel: Alte Zeitung Antworten mit Zitat

Hab' gerade mal wieder Zeit, das eine oder andere Dokument hier unterzubringen. Hat vll. keine große Bedeutung, aber es ist interessant und wer kann schon noch die alten Schriften lesen? Folgendes Dokument wurde übrigens im APF schon vor einiger Zeit besprochen und wurde wohl aus einem Geschichtsbuch entnommen (bitte Quelle per PM):


Todesurteil für Juden-Mörder
Das Reich gewährt allen Einwohnern Rechtsschutz.
Das furchtbare Verbrechen in Bahn gesühnt

Stettin, 18. Dezember [1937]
Das Schwurgericht Stettin verurteilte den Raubmörder Josef Reinhardt, der in der Nacht zum Bußtag mit zwei Komplicen in der pommerschen Kleinstadt Bahn den jüdischen Händler Abraham und dessen arische Ehefrau auf der Straße ermordet hatte, zum Tode. Seine beiden Komplicen, die Gebrüder Icks, wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Der Vorsitzende betonte, daß es bei der Bestrafung der Schuldigen keine Rolle gespielt habe, ob der ermordete Händler Jude gewesen sei oder nicht. Das Dritte Reich sei ein Rechtsstaat, in dem der Jude ebenso den Rechtsschutz genieße wie jeder andere. Mord bleibe Mord und werde in jedem Falle mit den schärfsten Mitteln gesühnt.

Mit dem Todesurteil gegen Reinhardt ist der Schlußstrich unter ein grausiges Verbrechen gezogen. Der Mörder und seine Helfer hatten bei dem jüdischen Händler in der Nacht zum Bußtag für 230 RM Kleidungsstücke gekauft. Als der Händler die Ware einpacken wollte, schoß Reinhardt ihn hinterrücks in den Nacken. Der schwerverwundete Jude lief dem Fliehenden nach, erreichte ihn auch auf der Straße, aber dort traf ihn der zweite, tödlich wirkende Schuß. Inzwischen war seine Frau, die sich schon schlafen gelegt hatte, hinzugeeilt, um ihrem Mann zu helfen. Als sie den Mörder festhalten wollte, schoß Reinhardt sie ebenfalls nieder, so daß sie tödlich getroffen auf dem Pflaster liegenblieb.
------------

Von der Tat bis zur Aburteilung der Schwerverbrecher dauerte es also gerade mal 1 Monat! Die Hinrichtung des Juden-Mörders dürfte in noch kürzerer Zeit gefolgt sein.

Gewiss, ein unkomplizierter Fall, jedoch streben die Politversager der gegenwärtigen Demokratur ja ebenfalls kurze, knackige Strafverfahren an - unser Adolf hat's ihnen vorgemacht!

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eku


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